Workshop demorecht 45+1

Da die Villa in ihrer Geschichte auch immer politisch war, sind wir froh einen Workshop über Demonstrationen und das Verhalten dort anbieten können. „+++Geht mal wieder auf die Straße! Ein Demoworkshop+++Nazis
Stoppen, Seebrücken-Demo, Fridays For Future, Besetzungen, Bagger
Blockieren: Es gibt viele Anlässe, für die es sich lohnt auf die Straße
zu gehen. Aber überall nur Polizist*innen und du weißt nicht wie du dich
verhalten sollst? Und wer ist eigentlich dieser Ermittlungsaus-schuss?
Wozu gibt es Bezugsgruppen? Und wie gehe ich mit einem Strafbefehl um? Wir
wollen gemeinsam darüber reden wie man sich auf einer Demo verhält um
-soweit möglich- staatliche Repression zu vermeiden. Der Workshop soll
insbesondere klären, wie ihr euch auf eine Demo gut vorbereitet. Es soll
aber auch um typische Tatvorwürfe in Demokontexten,
Repressionsstrategien der Polizei gehen sowie der Umgang mit
Strafverfahren gehen. Vorkenntnisse und Erfahrungen sind nicht
erforderlich! Menschen mit Erfahrung sind gerne gesehen, sodass wir uns
gegenseitig austauschen und unterstützen können. Der Referent ist
u.a. im arbeitskreis kritischer jurist*innen an der HU Berlin aktiv und
beschäftigt sich dort mit Thema Antirepression.“

Start ist um 17:00 Uhr

Timetable 45+1 birthday

Leute!
Der Timetable steht!
Aufgrund einer Demo für Carola Rackete und die Sea Watch in Bielefeld, die wir unterstützen (https://www.facebook.com/events/358320381548963/), fangen wir mit dem aktiven Progamm erst um 1600 Uhr an. Vorher wird es natürlich Kaltgeränke geben.

16:00 Uhr fridays for future

17:00 Workshop zum Demorecht


Die Bands starten um 20:00 Uhr mit Los Bitchos Bartos
2130 Fratelli Vaienti
2245 Dave & Mighty
2400 Special Guest

Redebeitrag zum 1. Mai bünde

Auch in diesem Jahr war die Villa Bünde mit einem Redebeitrag am 1.Mai in Bünde dabei. Für uns hat Ralf Burnicki gesprochen.

Kapitalistische Lebenswelten

Rede von Ralf Burnicki (FAU Bielefeld) am 1. Mai 2019 auf dem Rathausplatz in Bünde


Was hat der Erste Mai, der Tag der Arbeit und der Arbeitskämpfe, mit der Geschichte der menschlichen Zivilisation zu tun? Ich denke, der Erste Mai sollte uns angesichts dieser langen Entwicklung der Menschheitsgeschichte deutlich vor Augen führen, wo wir als Mitglieder einer kapitalistischen Arbeitsgesellschaft stehen.

Für den Philosophen Aristoteles, der 384 bis 322 v. Chr. lebte, war Arbeit ein Übel, das genaue Gegenteil von Muße und Selbstbestimmung. Wahrhaft freie Menschen sollten ihm zufolge gar nicht arbeiten, sondern sich den geistigen und kreativen Dingen zuwenden. Unfreie Menschen arbeiteten, für freie Menschen war der Begriff der „Tätigkeit“ reserviert. Aristoteles politische Philosophie unterteilt die Gesellschaft in denkend Planende und Ausführende, wobei die Planenden zur Herrschaft auserkoren seien, – so, als könnten die Ausführenden weder denken noch planen. Die Ausführenden benötigten laut Aristoteles deshalb der Herrschaft (1), und diese Elite würde durch die Arbeitenden (Bauern, Handwerker und Sklaven) mitversorgt. Aristoteles Sichtweise unterteilt Menschen letztlich in nutznießerische Herrschende und Benutzte, die ihr Leben mit Arbeit verbringen, um der Elite Gutes zu tun: eine klassische Form sozialer Ungleichheit.

Seit Aristoteles sind über 2300 Jahre vergangen, und wo stehen wir heute? Noch immer scheinen wir als Lohnabhängige genötigt, zwischen 35 und 40 Stunden pro Woche dafür zu arbeiten, dass wir den Lebensunterhalt sichern. 2300 Jahre Menschheitsentwicklung und Ökonomiegeschichte, Technisierung und Entwicklung der Produktivkraft haben nicht dazu geführt, dass die Arbeitenden zur Muße gefunden haben. Ein Großteil der Bevölkerung verbringt ihr Leben in der Arbeitswelt, in Fabriken, Büros und Dienstleistungsgewerben, als wäre die Idee der Arbeit ein Naturgesetz. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr bildet die Arbeit den Mittelpunkt des Daseins, und den Profit tragen Unternehmer*innen, Konzerne und Aktiengesellschaften davon. Käme der Erlös ihrer Arbeitskraft den Menschen voll zugute, müssten sie weit weniger arbeiten als jetzt und hätten auch mehr davon, hätten die Chance auf Muße und freie Kreativität.

Doch nach wie vor scheinen wir als Lohnabhängige von ideologischen Einflüssen geprägt, die uns vormachen, wir bräuchten ein „Oben“, etwas, das uns dirigiert, und so halten wir dieses „Oben“ mit unserer Arbeitszeit am Leben, als seien wir unfähig zur Selbstorganisation. Wir, aufgewachsen in modernen Zeiten, erleben vollautomatisierte Produktionsabläufe  und die enormen technischen Möglichkeiten, die ausreichen, alle mit allem Nötigen zu versorgen. Und dennoch überlassen wir die Versorgung der Bevölkerung und die Hoffnung aufs Allgemeinwohl den egoistischen Interessen und der Profitmaximierung von Unternehmer*innen, Investor*innen und Konzernen (2).

Es kann angesichts mehrtausendjähriger Entwicklungsgeschichte der Gesellschaften nicht wahr sein und nicht angehen, dass Menschen noch immer den Hauptteil ihres Lebens mit Arbeit verbringen sollen – und als Entschädigung dafür dann so sinnvolle Produkte kaufen dürfen wie T-Shirts mit Markennamen großer Sportartikelhersteller, Schönheitscremes oder Uhren, die dazu verhelfen, pünktlich am Arbeitsplatz zu sein (3).

Was aber ist die Alternative? Im Gegensatz zu Aristoteles, der den Ausführenden (in heutiger Sprache: den Lohnabhängigen) das Denkvermögen absprach, können wir denken und konnten es schon immer, denn Denken ist Teil des Menschseins. Denken wir also, denken wir kritisch, und denken wir über alternative Konzepte zum Kapitalismus nach, bei denen es nicht um Profit für wenige, sondern um das Wohl für alle geht. Gründen wir Organisationen ohne Hierarchien und schaffen wir Selbstverwaltung in allen Belangen, bei der die Betroffenen die Entscheidungen fällen auf der Grundlage sozialer Gleichheit, freier Kooperation und Solidarität mit anderen – in der Ökonomie, in der Bildung, in der Politik. Lassen wir uns das Leben nicht länger nehmen. Beginnen wir eine herrschaftsfreie Welt, von unten für unten und im Hier und Jetzt.

 

Anmerkungen:

1) Aristoteles, Politik. Schriften zur Staatstheorie, 1252a, Stuttgart 2007, S.76

2) Egoismus und Allgemeinwohl aber schließen sich aus, es sei denn man glaubt an unsichtbar wirkende magische Kräfte. So ist es keine überraschende Erfahrung, dass in Konzernen ein Mehr an Profit zu Entlassungen führen kann, weil dies den Interessen der Kapitalist*innen dient.

3) und die dann womöglich aus noch schlimmeren Arbeitsverhältnissen stammen in anderen Teilen der Welt (wo der hiesige Kapitalismus seinen Anteil hat)

Lesung in Bünde- Wir Wochenendrebellen

Freitag, 24. Mai 2019 von 19:00 bis 22:30

Dolbi Bahnhofstr. 83, 32257 Bünde

Jason ist 13 Jahre alt, Groundhopper, Autist und wurde 2017 mit seinem Vater, als bisher jüngster Gewinner, mit dem renommierten Grimme Online Award für Ihr Projekt „Wochenendrebell“ ausgezeichnet.

Seit mittlerweile sechs Jahren sind die beiden auf der Suche nach einem Lieblingsfußballverein für den Sohnemann, doch der benötigt zur Entscheidungsfindung eine fundiertere Erfahrungsgrundlage.

So bereisen die beiden die Stadien von Aue bis nach Kiel und von Mailand bis nach Glasgow und erleben auch bedingt durch Jasons Regeln und seinen ganz besonderen Blickwinkel aufs Leben, eine Vielzahl an skurrilen und amüsanten Abenteuern.

Gemeinsam haben Sie Ihre Erlebnisse ins Buchformat gebracht und mit „Wir Wochenendrebellen“ ein lesenswertes Buch über Fußball, Autismus, Groundhopping, Erziehung und Elternliebe geschrieben, welches von der Deutschen Fußballkultur Akademie auf die Shortlist für das „Fußballbuch des Jahres 2018“ gesetzt wurde.

Nach Ihren Lesungen in Berlin im Haus der Fußballkulturen, im Hamburger Millerntor, ihrem Heimspiel in Kassel und Auftritten bei diversen Fußballvereinen präsentieren Sie ihr Buch nun mit Unterstützung des Jugendzentrums Villa Kunterbunt im Dolbi in Bünde.

Alle Buchinfos und die Möglichkeit bei einem Kauf auch noch Gutes zu tun unter www.wochenendrebellen.de

Die Wochenendrebellen im Portrait auf ZeitOnline:
https://www.zeit.de/sport/2018-04/autismus-kinder-entwicklung-fussball-reise

Ein Kurzportrait von RTL-Hessen:
https://rtl-hessen.de/beitrag/7-jahre-durch-ganz-europa-12-jaehriger-autist-sucht-lieblingsfussballclub

Die Tageszeitung HNA hat mal beschrieben, wie diese Lesungen ablaufen:
https://www.hna.de/kassel/lesung-kasseler-wochenendrebellen-vor-vollem-haus-9569055.html

Die Webseite zum Buch:
http://www.wochenendrebellen.de/

Blog:
http://www.wochenendrebell.de/

Die Spendenaktion der Wochenendrebellen:
„Ein Blog, ein Buch, ein Brunnen.“
https://nevensuboticstiftung.de/SA?cfd=r4wux#cff

Kostenlos per Mail über Lesungstermine, neue Podcastfolgen und Infos rund um den Film informiert werden:
https://wochenendrebell.us16.list-manage.com/subscribe?u=076a10fe107c83bac459a2fc6&id=8b1f9d0ea2

P.S. Eintritt frei

45+1 Villa Birthday Bash

Leute! LEUTEEE!

Die Villa wird 45! Also letztes Jahr schon, aber wir feiern erst dieses Jahr, wir brauchen ja immer ein bisschen länger, wie ihr wisst 😉
Es soll groß werden, es soll laut werden! Wir wissen schon wann, wie, wo:

Am 06.07. ist es soweit, um 12Uhr mittags soll’s losgehen, nachmittags entspannt mit Vorträgen, abends soll es dann knallen!
Der Veranstaltungsort ist der Hof Ernstmeier in Randringhausen (Kurweg 148, 32257 Bünde). Es wird einen Shuttleservice vom Bahnhof Bünde geben, hin und zurück, mehr Details gibt’s, wenn wir mehr wissen 😉
Es wird Konzerte, Essen und natürlich Getränke geben!
Der Eintritt ist mit dem Bändchen der 40-Jahr-Feier frei! Und sonst auch 🙂
Sagt allen Bescheid, ladet fleißig weiter ein!
Wir freuen uns!

Kickerturnier

Immer nur unter uns kickern wird langweilig. Darum wollen wir mal gucken was ihr so auf Lager habt. Zu diesem Zweck veranstalten wir am 17.3. um 14.00 Uhr ein Kickerturnier. Eingeladen seid ihr alle, idealerweise im Team zu zweit. Und gebt uns vorher kurz Bescheid, wenn ihr dabei seid, damit wir etwas planen können.


info@villa-buende.de

Kein Platz für Nazis in Bünde

Bünde wurde wieder von rechter Hetze heimgesucht. Letzten Freitag wurden Plakate aufgehängt, deren Inhalt und Aussage der neurechten und rassistischen Identitären Bewegung zuzuordnen ist. Anders als andere Nazis verkaufen sie ihre nationalistische und menschenverachtende Ideologie mit neuen Begriffen. Gemeint ist aber der gleiche Mist. Wir tolerieren so eine Kackscheiße bei uns in Bünde nicht und positionieren uns klar gegen solche Aktionen, die wir zukünftig sofort und entschlossen unterbinden werden.

Kein Platz für Nazis!

Stellungnahme der Initative 9. November Bünde zu der Straßenumbenennung

Hier eine interessante Stellungnahme der Initiative 9. November Bünde, der wir uns anschließen möchten.

Paul von Lettow-Vorbeck Bana anakata Schanda – Der Herr, der unser Leichentuch schneidert

In den vergangenen Wochen waren Straßennamen mit NS-Bezug in Bünde einmal mehr Thema in den lokalen Medien und den Gremien der Stadt. Insbesondere die Lettow-Vorbeck-Straße steht dabei im Zentrum der Auseinandersetzung.                                                                                                             Lettow-Vorbeck, Täter im Völkermord an den Herero und Nama, im 1. Weltkrieg zum Generalmajor befördert und 1939 von Hitler persönlich zum General ernannt, nach dem 2. Weltkrieg u.a. Befürworter des Apartheid-Regimes in Südafrika(i), eignet sich ganz offensichtlich nicht für eine Ehrung durch eine nach ihm benannte Straße. Dass daher eine Umbenennung geboten ist, sollte eigentlich außer Frage stehen; eine ausführliche Auseinandersetzung bietet z.B. das Gutachten von Heike Kempe für die Stadt Radolfzell(ii), in dem auch Bünde Erwähnung findet.
Dass eine Koalition aus CDU, FDP und UWG sich dem hartnäckig verweigert, ist unwürdig, steht aber in einer langen Traditionslinie der hiesigen Lokalpolitik. Denn auch die vielfach in durchschaubarer Absicht vorgetragene „Frage“, warum diese zweifelhafte Ehrung „ausgerechnet jetzt“ nach „so langer Zeit“ angegriffen werde, zeugt von Unkenntnis, die fast mutwillig wirkt.
Bereits 1965 beantragte die SPD eine Umbenennung, die von CDU und FDP abgelehnt wurde(iii). Die nächste Forderung nach einer Umbenennung der Lettow-Vorbeck- und weiterer Straßen erhob 1979 der „Arbeitskreis für Demokratie gegen Neonazismus“ (iv). Zu Beginn der 90er Jahre machte eine „wilde Straßenumbenennung“ auf belastete Straßennamen aufmerksam, und auch zu Beginn der 2000er Jahre waren die Straßennamen ein Thema(v). Das Gerede vom „warum erst jetzt“ und – schlimmer – von der „Notwendigkeit, dieses Kapitel nun endlich ruhen zu lassen“ ist heuchlerisch angesichts der Tatsache, dass seit Jahrzehnten auf die Notwendigkeit einer Umbenennung hingewiesen wird und diese von den immer gleichen Kräften verhindert wurde.

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Alternative Jugend- und Kulturarbeit in Bünde